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19. Juli 2019

FaceApp: Wenn beliebte Apps zum Datenklau genutzt werden

David Guetta Faceapp
(c) David Guetta Instagram Faceapp

Die aktuell sehr beliebte Anwendung „FaceApp“, bei der man sich als Nutzer dank künstlicher Intelligenz (KI) digital älter oder jünger machen, das Geschlecht oder die Haarfarbe wechseln kann, geht zum zweiten Mal seit dem Launch 2017 durch die Decke. Grund dafür sind neben zahlreichen Influencern auch namhafte Prominente wie DJ David Guetta, Schauspieler Kevin Hart oder die gerade bei Teenagern beliebte Popband Jonas Brothers, die ihre Selfies, die sie zuvor mit der App verändert haben, auf den Sozial Netzwerken posten.

Bereits 2017 erlangte die App mit dem Alterungsfilter Berühmtheit, doch innerhalb der letzten zwei Jahre ist die selbstlernende KI, die unter anderem auch auf die Google-KI-Software Tensorflow zurückgreift um einiges vorangekommen. Die Ergebnisse der veränderten Fotos sehen verblüffend echt aus und sind daher für die Betrachter besonders irreführend, da auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist, dass es sich um eine Manipulation handle.

 

Datenschutz-Experten äußern Bedenken

Doch die zunächst spaßig wirkende App ist mit Vorsicht zu genießen. Einige Datenschutz-Experten äußerten bereits ihre Bedenken, die russische App zu nutzen. Die Applikation könne nicht nur auf hochgeladene Selfies, sondern auf die gesamte Fotobibliothek des Nutzers zugreifen, hieß es unter Berufung auf den App-Entwickler Joshua Nozzi, andere Experten wie Will Strafach, Entwickler der Firewall-App Guardian, widersprachen nach einer Prüfung der hochgeladenen Datenpakete dieser Aussage allerdings. Dennoch seien die „schwammigen Nutzungsbedingungen“ ein Kritikpunkt, so der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber von der SPD. Da es in den Datenschutzbestimmungen der Anwendung lautet „Alle Informationen, die Sie mit der FaceApp freiwillig verarbeiten, stehen der App künftig anonymisiert zur Verfügung.“, könnten die Entwickler des Programms jedes bearbeitete Foto nutzen wie sie es wollten, auch kommerziell sowie nach einer Lösung der App durch den Nutzer. Mit der Verwendung der App stimmen die Nutzer den AGB sowie der Datenschutzerklärung automatisch zu, die neben der oben genannten Klausel noch weitere datenschutzrechtlich kritische Paragraphen beinhalten.

Wohin mit meinen Daten und Bildern?

Auch der Standort des russischen Unternehmens, das die App herausgebracht hat, lässt viele Datenschützer aufhorchen. Laut des CEO Yaroslav Goncharov werden die Bilder allerdings nicht in Russland, sondern auf Servern von Google und Amazon hochgeladen, die u.a. in den USA, Irland und Singapur stehen. Auch das FBI wurde durch einen offenen Brief von Chuck Schumer, Topdemokrat im US-Senat, bereits auf die App aufmerksam gemacht, da sie laut Schumer „ein Risiko für die nationale Sicherheit und die Privatsphäre von Millionen US-Bürgern“ darstelle.

Lieber zu viel Datenschutz als zu wenig

Auch wir raten Ihnen, die Anwendung nicht zu nutzen oder sie wieder zu löschen, sollten Sie der Versuchung bereits erlegen sein. Auch wenn die Anwendung zunächst harmlos erscheint, kann niemand von uns sicher sein, was mit seinen Daten und vor allem Fotos in Zukunft noch getrieben wird.

Doch ist FaceApp nur der Anfang?

Schon länger fangen Überwachungskameras an belebten Orten wie Cafés, Universitäten oder Verkehrsknotenpunkten biometrische Daten wie das Gesicht ein und speichern diese in gigantisch großen Datenbanken. Gerade diese Alltagssituationen, etwa ein Gesicht bei wenig Licht, einen Schal über den Mund gezogen oder große Kopfhörer über den Ohren, sind für die KI-Algorithmen so wertvoll, da sie so am besten lernen, Menschen gezielt zu erkennen. Neben den großen Vorteilen, etwa einzelne gefährliche Menschen in großen Massen zu erkennen, bietet diese Vorgehensweise natürlich auch Schattenseiten, etwa die grundlose Verfolgung von Unschuldigen. Was also mit unseren unveränderbaren Daten – unserem Gesicht, unserer Persönlichkeit – passiert, bleibt zunächst abzuwarten.

„Die Digitalisierung, die immer weiter und schneller voran schreitet, ist ein spannendes Thema und ich sehe definitiv einen großen Mehrwert für unser zukünftiges Leben. Dennoch muss man sich immer wieder vor Augen führen, was in der Parallelwelt dazu alles passiert, wie mit unseren Daten umgegangen wird und welche Effekte daraus hervorgerufen werden.“, äußert sich IQ Solutions Geschäftsführer Jörg Pfeiffer kritisch zu diesem Thema.

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