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23. Februar 2020

Epidemie mit Folgen: Deutsche Unternehmer fürchten Einbußen wegen Coronavirus

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Das Coronavirus breitet sich derzeit rasant in China und weltweit aus. Nun wurden auch dutzende Fälle in Deutschland verzeichnet. Die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Virus wächst. Die Epidemie beeinflusst aber natürlich auch die Weltwirtschaft. Und so sind Firmen und Konzerne aus der IT- und Telekommunikationsbranche besonders betroffen. Jedes vierte (25 Prozent) Unternehmen erwartet negative Auswirkungen auf das eigene Geschäftsergebnis in 2020 und jedes Zweite (54 Prozent) sieht erhebliche Konjunkturrisiken für die deutsche Wirtschaft. Das hat eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom aus dem Februar, an der sich 80 Unternehmen der ITK-Branche beteiligt haben, gezeigt.

Verschärfung der Epidemie erwartet
Die Ergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, geben aber ein aussagekräftiges Stimmungsbild wieder. Demnach erwartet jedes zweite Unternehmen (50 Prozent), dass sich die Krise um die Epidemie und die damit verbundenen Folgen weiter zuspitzen werden. Drei von zehn (29 Prozent) befürchten, dass das Coronavirus zu einer weltweiten Rezession führen wird. Ebenso viele (29 Prozent) sehen besonders die Digitalbranche von den Auswirkungen des Coronavirus als stark betroffen.

Sicherheit geht vor
„Das Coronavirus kann die Umsätze in der IT- und Telekommunikationsbranche belasten. Viele Unternehmen unterhalten Beziehungen zu Herstellern, Lieferanten und Kunden im asiatischen Raum“, erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Für die Unternehmen stehen Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiter an erster Stelle, wie man auch an der Absage des Mobile World Congress in Barcelona ablesen kann. Dies hat zwangsläufig Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung.“

China wichtigster Handelspartner im Bereich IT
China ist ein wichtiger Faktor, wenn es um die deutsche IT-Wirtschaft geht. Jedes dritte der befragten Unternehmen (35 Prozent) unterhält Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten und Partnern, jedes vierte (23 Prozent) Kunden und jedes achte (13 Prozent) Niederlassungen in China. Mit monatlichen Einfuhren im Wert von durchschnittlich mehr als 2 Milliarden Euro ist China der mit Abstand wichtigste deutsche Handelspartner bei Produkten der IT und Telekommunikation. Gleichzeitig gehen pro Monat im Durchschnitt Exporte im Wert von etwa 150 Millionen Euro nach China.

Folge: Einschränkungen der Reisetätigkeit 
und Produktionsstopps
Die Ausbreitung des Coronavirus beeinflusst den Firmenalltag entscheidend. So führt es in vielen Unternehmen zu Einschränkungen. Drei von zehn (30 Prozent) haben die Reisetätigkeit von Mitarbeitern nach China komplett eingestellt oder zumindest eingeschränkt. Jedes Dritte (34 Prozent) lässt seine Mitarbeiter gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt an Großveranstaltungen wie Messen und anderen Events teilnehmen. Allgemeine Reisebeschränkungen gibt es in jedem fünften Unternehmen (19 Prozent). Jedes Vierte (23 Prozent) empfängt keine oder kaum noch Zulieferungen aus China. 5 Prozent haben Zulieferungen aus anderen Drittländern komplett eingestellt oder eingeschränkt. Jedes Sechste (16 Prozent) hat die Produktion eingeschränkt, 3 Prozent haben diese sogar komplett eingestellt.

 Nicht alle Unternehmen teilen diese Sorgen. Die deutliche Mehrheit (55 Prozent) hält die aktuelle Diskussion um das Coronavirus für hysterisch und übertrieben.

Veränderungen sind gefragt
Gerade die sich zeigenden Abhängigkeiten sollten Unternehmen zum Nachdenken anregen, was den Standort Deutschland betrifft. So sollten das Verhältnis von Import zu Export , sowie die Abwanderung von wichtigem Technologiewissen entscheidende Veränderungen in der deutschen Wirtschaftslandschaft bewirken.

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